Jeden Herbst wandern Aale aus aller Welt zu den Laichgründen in der Sargassosee im Mittelatlantik. Sobald sie abgelaicht haben, treibt die nächste Generation mit dem Golfstrom in die Nordsee und in die Ostsee.
Ein zäher 50-Jähriger
„Der Aal durchläuft in seinem Leben eine Reihe von Lebensstadien von dem Zeitpunkt an, wo er als Laich aus den Laichgründen im Atlantik treibt. Wenn er die Gewässer rund um den Fehmarnbelt erreicht, ist er durchsichtig. Später wird er gelb und sesshafter. Als ausgewachsener Aal, macht er sich schließlich noch einmal auf den Weg in Richtung seines Ursprungsortes“, erklärt Meeresbiologe Maks Klaustrup, Orbicon│Leif Hansen A/S.
„Der Aal ist ein zäher Fisch, der ein Alter von fünfzig Jahren oder mehr erreichen kann, und er kann in Salzwasser, Brackwasser und Süßwasser leben“, so Maks Klaustrup. „Wir wissen nicht, warum er sich einen bestimmten Zeitpunkt aussucht, um wieder an seinen Ursprungsort zurückzukehren. Einige Aale tun dies, wenn sie sechs Jahre alt sind, andere warten, bis sie fünfzig sind. Wir wissen auch nicht mit Sicherheit, wie der Aal seinen Weg zurück in die Sargassosee findet. Aber was wir wissen ist, dass er, wenn er die Ostsee verlässt, entweder den Guldborgsund, den Öresund oder den Fehmarnbelt durchquert.
Aal Logbuch
Maks Klaustrup erforscht die Aalwanderung und möglichen Beeinträchtigungen des Aalbestandes durch eine Feste Fehmarnbeltquerung.
„Zur Zeit kartieren wir die Aalwanderung und ihre Wanderungsrouten damit wir die möglichen Auswirkungen einer Festen Fehmarnbeltquerung auf die Aalwanderung abschätzen können“, sagt er. „Wenn sich zum Beispiel herausstellt, dass die Mehrheit der Aale durch den Öresund wandert, dann wären die Auswirkungen der Festen Fehmarnbeltquerung wohl eher begrenzt.”
Lokale Netzwerke spielen eine Rolle
Die Aale werden markiert und später von dänischen und deutschen Fischern eingefangen. Da die Markierungen für das Projekt wichtig sind, wurde ein Wettbewerb organisiert, um die Fischer zu motivieren, so viele Markierungen wie möglich zu Maks Klaustrup und dem übrigen Forschungsteam zurückzubringen.
Die Initiative wurde in Anzeigen in der Fachzeitschrift „Fiskeritidende “ bekannt gemacht, sowie durch lokale Netzwerke und durch Mund-zu-Mund-Propaganda. „Bis jetzt ist das alles höchst erfolgreich“, sagt Maks Klaustrup. „2008 haben wir etwa 2.000 Aale markiert und 270 Markierungen von Fischern zurück bekommen. Damit sind wir sehr zufrieden.“
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