Deutsche und dänische Biologen führen gemeinsam Felduntersuchungen auf Fehmarn und Lolland durch. (Foto: Gisela Bertram)
Bei der Kartierung von Flora, Fauna, Landschaft und anderen Schutzgütern bei einem so geschichtsträchtigen Bauprojekt wie der Festen Fehmarnbeltquerung gilt es, ausgesprochen gründlich, genau und vorausschauend zu arbeiten.
Deswegen arbeiten deutsche und dänische Biologen seit Monaten an Felduntersuchungen, in erster Linie auf der jeweils eigenen Seite des Fehmarnbelts, gelegentlich aber auch gemeinsam. Für die Umweltverträglichkeitsprüfung auf Fehmarn bzw. Lolland sind das deutsche Unternehmen TGP bzw. das dänische Unternehmen COWI verantwortlich, dessen Mitarbeiter laufend Erfahrungen austauschen.
„In Deutschland und Dänemark herrschen unterschiedliche Traditionen bei der Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung, auch einzelne Verfahren und die Praxis bei der Herangehensweise sind nicht immer identisch. Aber die Menschen, die an dieser Aufgabe arbeiten, denken im Großen und Ganzen in die gleiche Richtung – und so können wir erfolgreich zusammen arbeiten“, erklärt Anne Eiby, Projektleiterin bei COWI für den dänischen Teil der Umweltverträglichkeitsprüfung.
Mit eigenen Augen
Zur Zusammenarbeit gehören u. a. gemeinsame Seminare der beiden Unternehmen. Außerdem haben deutsche und dänische Biologen, Landschaftsarchitekten und Geografen bei Besuchen auch die Natur und Landschaft „auf der anderen Seite“ erlebt.
„Es ist wichtig, dass die am Projekt beteiligten Mitarbeiter die Unterschiede zwischen Fehmarn und Lolland mit eigenen Augen sehen. Man müssen sicher sein, dass die beiden Gebiete in der Umweltverträglichkeitsstudie adäquat beschrieben werden, weil sich die natürlichen Gegebenheiten zum Teil unterscheiden. Die unterschiedlichen Bewertungen müssen auf Fakten beruhen und dürfen nicht aufgrund unterschiedlicher Verfahren und Vorgehensweisen entstehen“, fährt Anne Eiby fort.
Als Beispiel nennt sie die unterschiedliche Dokumentation biologischer Funde und Beobachtungen in Deutschland und Dänemark. Ein weiterer Unterschied ist die Bewertung der verschiedenen Lebensräume der Pflanzen und Tiere. Hier hat man sich in Dänemark an das deutsche Verfahren gehalten.
Christoph Gondesen ist Projektleiter bei TGP und für die deutsche Umweltverträglichkeitsprüfung verantwortlich. Er erklärt, dass neben den umfangreichen Kartierungen vor Ort auch verfügbare bestehende Erhebungen, Berichte und Daten über das betreffende Gebiet ausgewertet werden, um das Gesamtbild eines Untersuchungsgebietes zu vervollständigen. „In Deutschland wird die Entscheidung, wie der Verlust von Natur und Landschaft ausgeglichen werden soll, anhand der Qualitäten der verlorengehenden und beeinträchtigten Flächen gefällt. Deswegen achten wir sehr darauf, existierende ökologische Gegebenheiten sehr genau zu bewerten“, berichtet er.
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