Neues Verfahren systematisiert die Algen

Datum: 23.01.2012
Erstmalig wird in dänischen Gewässern ein chemisches Verfahren zur Klassifizierung und Kartierung der Algen eingesetzt, die im Fehmarnbelt leben. Das ist sowohl billig als auch effektiv.

Algen sind ein grundlegender und wesentlicher Teil des aquatischen Ökosystems. Daher wird den Algen in Verbindung mit den Umweltuntersuchungen, die im Vorfeld der Festen Fehmarnbeltquerung vorgenommen werden, auch besondere Aufmerksamkeit geschenkt.

"Algen sind eines der ersten Glieder in der Nahrungskette und gehören somit zu den grundlegenden Dingen im Leben. Sie werden vom Zooplankton gefressen, das wiederum von Fischen gefressen wird, die letztlich in der Kühltheke und auf dem Teller von uns Menschen landen", berichtet Louise Schlüter, Biologin bei DHI in Dänemark.

Effektive Chemie
Es gibt viele verschiedene Algenarten, die kartiert werden müssen, um die Bedingungen der Algen während und nach der Errichtung der Festen Fehmarnbeltquerung bewerten zu können. Anhand der Pigmente, d. h. der Farbstoffe, die sich in den Algen befinden, kann man die verschiedenen Algentypen voneinander unterscheiden. Traditionell verwendet man hierzu ein Mikroskop, doch das Bestimmen, Zählen und Vermessen von Algen unter dem Mikroskop ist eine ziemlich aufwendige Aufgabe. Im Zuge der Umweltuntersuchungen wurde jedoch ein neues Verfahren eingeführt.

"Für unsere Untersuchungen setzen wir erstmalig in Dänemark ein Verfahren namens HPLC ein. Dies ist ein chemisches Verfahren, das die Algen nach Pigmenten sortiert. Einfach ausgedrückt kann man sagen, dass wir eine Maschine verwenden, die für uns durchs Mikroskop schaut. Das ist weitaus billiger und effektiver, weil diese Maschine etwa 35 Proben täglich analysiert, und zwar automatisch", erklärt Louise Schlüter.

Daten aus 12 Stationen
"Wenn man für eine Brücke oder einen Tunnel quer über den Fehmarnbelt Erdreich ausheben muss, wird eine Reihe von Nährstoffen aus dem Meeresboden freigesetzt. Dadurch kann die Menge an Algen im Belt zunehmen. Außerdem ist es möglich, dass das Vorhaben die Strömung beeinflusst, was auch für die Algen von Bedeutung sein kann. Natürlich ist das alles Spekulation, doch genau diese Verhältnisse untersuchen wir im Voraus ziemlich genau."

"Wir haben Daten von zwölf Stationen im Tiefwasser und zehn Stationen nahe der dänischen und deutschen Küste im Fehmarnbelt erhoben. Die gesammelten Proben werden mithilfe der HPLC analysiert. Darüber hinaus setzen wird an drei Stationen das Mikroskop ein. Insgesamt gewährleisten wir so, dass die Umweltuntersuchungen gründlich und flächendeckend sind", sagt Louise Schlüter.

  « Zur Übersicht
Fakten zum HPLC-Verfahren
HPLC ist die Abkürzung für „High Performance Liquid Chromatography“ – oder auf Deutsch Hochleistungsflüssigkeitschromatografie. Das Verfahren wurde u. a. während der Galathea 3-Expedition 2006–2007 eingesetzt. Mit dem HPLC-Verfahren ist es möglich, das Vorhandensein von Pigmenten in Algen zu messen. Vor diesem Hintergrund kann man die Algen nach Typ klassifizieren und quantifizieren.
Anabaena
Foto: DHI
Anabaena
Nodularia
Foto: DHI
Nodularia
Es sind Algen wie diese, die mittels HPLC-Verfahren untersucht werden. Hier sind es die Blaualgen Anabaena und Nodularia.

Timeline

Alternative content

Get Adobe Flash player