Schweinswale tummeln sich im Fehmarnbelt

Datum: 13.08.2010
Sichtungen einer großen Anzahl Schweinswale im Fehmarnbelt überraschen Meeresbiologen und zeigen die Bedeutung des Gebietes für diese kleinen Zahnwale.

Seit Anfang 2009 werden Schweinswale im Fehmarnbelt genauestens überwacht, um ihr Verhalten und die möglichen Auswirkungen einer Festen Fehmarnbeltquerung zu prüfen. Die Untersuchungen werden noch mindestens bis Ende 2010 andauern und werden neues Licht auf die Schweinswalpopulation in diesem Gebiet werfen.

„Wir kennen die genauen Zahlen nicht, aber es scheinen erheblich mehr Schweinswale im Fehmarnbelt zu leben, als wir erwartet haben”, sagt Dr. Georg Nehls von BioConsult SH. „Im Frühling 2009 haben wir nicht weniger als ca. 40 Tiere in nur acht Stunden gesichtet, und auch in dem darauf folgenden Herbst haben wir mehr Schweinswale erfasst als erwartet.“

Die neuen Erkenntnisse sind Teil der Umweltuntersuchungen im Vorfeld des Baus der Festen Fehmarnbeltquerung und könnten auf die Planung der weiteren Arbeiten Einfluss haben.

Künstliches Riff zieht Fische an
„Wenn die Brücke oder der Tunnel fachgerecht gebaut wird, dann können Beeinträchtigungen der Schweinswale durch Lärm und Vibrationen auf einem Niveau gehalten werden, welches das von normalen Schiffen nicht übersteigt“, erklärt Georg Nehls. „Es scheint, als hätten sich die Schweinswale auf den besonders dichten Schiffsverkehr eingestellt, der heutzutage die Fahrrinne passiert.“

Georg Nehls weist darauf hin, dass die Erfahrung ähnlicher Projekte gezeigt hat, dass Unterwasserbauten wie Fundamente für Brücken oder Tunnel Fische anziehen können, weil sie künstliche Riffe bilden. Und mit den Fischen kommen auch die Schweinswale. 

Regelmäßige Besucher oder nur auf der Durchreise
Die Naturwissenschaftler wenden eine Reihe unterschiedlicher Methoden an, um die Schweinswalbestände zu erfassen. Im Wasser werden die eigentümlichen Laute der Schweinswale mit Unterwassermikrophonen aufgezeichnet. Vom Flugzeug aus wird der gesamte Fehmarnbelt mit angrenzenden Gebieten überwacht, und regelmäßig werden Schweinswale vom Schiff aus gezählt. Die Kombination dieser besonderen Messmethoden trägt erfolgreich zur Kartierung des Schweinswalvorkommens in diesem Gebiet bei.

Die Untersuchungen weisen auch darauf hin, dass es im Sommer weniger Schweinswale im Fehmarnbelt gibt als im Frühling oder Herbst. Diese Erkenntnis hilft bei der Deutung des Verhaltens dieser Tiere und trägt dazu bei die Frage zu beantworten, ob ihre Wanderungen nur zu bestimmten Jahreszeiten stattfinden.

„Wir haben zwei Haupttheorien: Entweder bleiben die Schweinswale das ganze Jahr über im Fehmarnbelt oder der Fehmarnbelt spielt eine wichtige Rolle als Wanderroute zwischen der Ost- und der Nordsee. Bis jetzt kennen wir die Antwort hierauf noch nicht“, so Georg Nehls.

 

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Schweinswal (Phocoena phocoena)
Foto: Rune Dietz

  
Schweinswale wie dieser scheinen im Fehmarnbelt gut zu gedeihen.

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