Am Fehmarnbelt und an nahe gelegenen Binnengewässern bietet sich den Besuchern eine reichhaltige Vogelwelt. Dies soll sich auch durch den Bau der Festen Fehmarnbeltquerung nicht ändern. Aus diesem Grund müssen die Behörden wissen, welche Vogelarten heute in diesem Gebiet leben bzw. welche den Bereich auf dem Vogelzug nutzen.
Einmal im Monat wird deshalb ein Beobachtungsflugzeug mit erfahrenen Ornithologen an Bord in die Luft geschickt, die die Vögel erfassen. Innerhalb von zwei Tagen zählen diese die Bestände an Wasservögeln über eine große Fläche, die sowohl den Fehmarnbelt als auch die angrenzenden Gewässer abdeckt. Die „Vogelzähler“ in der Luft werden von Kollegen auf dem Wasser unterstützt, die im Laufe von vier Tagen die Bestände aus geringerem Abstand, aber auf kleineren Flächenabschnitten beobachten.
Beobachtungen bei jeder Witterung und Temperatur
Die Kartierung der Vogelbestände wird von einem Konsortium durchgeführt, das von der deutschen BioConsult SH und dem dänischen DHI geleitet wird.
Die Vogelzählungen auf See werden seit dem Herbst 2008 und bis einschließlich Herbst 2010 einmal im Monat wiederholt. Dies ist der ideale Zeitraum, um sich einen Überblick über die Bestände zu verschaffen, erklärt Dr. Georg Nehls, verantwortlicher Geschäftsführer von BioConsult SH.
„Auch der strenge Winter 2009/2010 war für uns eine Art Glückstreffer. Da der Winter 2008/2009 ungewöhnlich mild war, konnten wir so das gesamte Temperaturspektrum abdecken“ fährt Dr. Nehls fort.
Seevögel suchen im Winter offenes Wasser
Dr. Nehls bezeichnet den letzten Winter als ungewöhnlich, jedoch nicht extrem: „Mitte der 1980er Jahre und auch 1995/96 hatten wir schon sehr viel strengere Winter. Während der eiskalten Winter in den 1980er Jahren wurden zahlreiche Wasservogelarten in die Nordsee gezwungen, dies passierte, soweit wir das beurteilen können, in diesem Winter nicht. Wir hatten eine Gruppe Eiderenten und Eisenten mit Funksendern ausgestattet und konnten im Rahmen unserer Beobachtungen feststellen, dass diese ihr Gebiet nicht verließen. Eine endgültige Aussage ist jedoch erst dann möglich, wenn die Daten aller Zählungen ausgewertet sind,“ erklärt Dr. Nehls und fügt ergänzend hinzu, dass der strenge Winter nicht ganz spurlos an den Wasservögeln in der Region vorübergegangen ist.
„Wir konnten beobachten, dass sich lokale Bestände innerhalb der Region zwischen den Gewässern um den Fehmarnbelt mehr bewegten. So musste sich beispielsweise ein Schwarm Eisenten von der Lübecker Bucht in den Fehmarnbelt zurückziehen, da die Bucht vereist war.“
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