Alter Baum mit Spalten, in denen Fledermäuse tagsüber schlafen können (Foto: Annebeth Hoffmann).
In den Untersuchungsgebieten auf Fehmarn und Lolland sind im Zuge der Kartierarbeiten sechs Arten erfasst worden. Insgesamt gibt es in Dänemark 17 und in Deutschland 24 Fledermausarten. Alle Arten haben ganz artspezifische Anforderungen an ihren Lebensraum. Einige fliegen in großer Höhe und offener Landschaft, andere jagen gern niedrig über Waldwiesen, Waldwegen oder Lichtungen, in dichter Vegetation oder über der Wasseroberfläche von Seen und Teichen. Wieder andere Arten sind an menschliche Siedlungsräume gebunden und werden beispielsweise häufig an Straßenlaternen beobachtet, wo sie Insekten fressen, die vom Licht angezogen werden. Häufig folgen jagende Fledermäuse auf dem Weg zwischen Quartier und Futterplätzen linienhaften Strukturen in der Landschaft wie z. B. Bächen, Flüssen, und Windschutzhecken. Fledermäuse bewohnen Sommer- und Winterquartiere. Um sich vor ungünstigen Witterungseinflüssen aber ebenso vor Feinden oder ständigen Störungen zu schützen, suchen sie sich Unterschlupfmöglichkeiten. In den Winterquartieren halten sie von Oktober bis April ihren Winterschlaf.
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Ideale Winterquartiere sind im Tiefland z.B. dickwandige Baumhöhlen, tiefe Keller in Wohnhäusern, alte Bunker aber auch Hohlräume in Brücken. In den Sommerquartieren halten sich Fledermäuse zum Jagen, Gebären und Aufziehen der Jungtiere sowie zur Paarung auf. Tagsüber ziehen sie sich in Baumhöhlen und -spalten oder in Gebäuden wie Kirchtürmen oder Dachböden zurück. Nächtliche Feldarbeit Aufgrund der Nachtaktivität der Fledermäuse müssen Biologen zu ihrer Erfassung auch nachts unterwegs sein. Zur Erfassung und Bestimmung der Fledermäuse werden die Ultraschalllaute der Fledermäuse mit einem speziellen Fledermausdetektor aufgezeichnet. Gleichzeitig führen Biologen Sichtbeobachtungen durch, da eine sichere Artenbestimmung neben der Lautbestimmung auch eine visuelle Identifizierung verlangt. Zusätzlich zu den direkten Fledermausbeobachtungen werden auch die landschaftlichen Strukturen erfasst. Fledermäuse auf Fehmarn und Lolland Im Untersuchungsgebiet auf Fehmarn wurden drei Fledermausarten registriert, auf Lolland fünf. Lolland ist überhaupt der Teil Dänemarks mit den meisten Fledermausarten, auf Fehmarn wurden für Deutschland unterdurchschnittlich wenig Arten gefunden. Als typische Flachlandarten und oft in der Nähe von Siedlungen vorkommende Arten konnten die Breitflügelfledermaus und der Große Abendsegler in beiden Untersuchungsgebieten gefunden werden. Auf Fehmarn ließ darüber hinaus auch die Zwergfledermaus nachweisen. Auf Fehmarn finden sich keinerlei waldbewohnende Fledermausarten, auf Lolland hingegen konnten im Wald Byhave Skov Rauhautfledermäuse gesichtet werden. Neben dieser Fledermausart wurden auf Lolland außerdem die Mückenfledermaus und die Wasserfledermaus gefunden. Die Wasserfledermaus erkennt man an ihrem charakteristischen Flug in geringer Höhe über Gewässeroberflächen auf der Jagd nach Insekten. |