Land
Die Umweltuntersuchungen klären, welche Auswirkungen eine feste Querung auf Flora und Fauna sowie auf Landschaft und Boden auf Fehmarn und Lolland haben wird. Belastungen durch Lärm, Licht und Verschmutzung werden auch untersucht.

Von Rehen und Spitzmäusen

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Säugetiere, wie Rehe und Hasen, werden auf Fehmarn und Lolland häufig beobachtet, andere kleinere Arten eher selten, da sie hauptsächlich nachts unterwegs sind. Zu den Säugetieren gehören neben Rehen und Hasen so unterschiedliche Arten wie Insekten- und Kleintiere fressende Igel, Nagetiere wie Eichhörnchen und Mäuse, und Raubtiere wie Füchse und Iltisse. Aussagen über genaue Bestandsdichten von diesen Säugetierarten zu treffen ist bisher kaum möglich.


Typisches Beispiel eines verwilderten Felds mit Sonnenblumen und Futtertonnen auf Lolland, die einen großen Bestand an Rehen anziehen und erhalten. (Foto: Jan Fischer Rasmussen)

Für die mittelgroßen bis großen Säugetiere ist keine eigenständige Untersuchung geplant. Stattdessen werden Daten von Jagdbehörden, Jägern, Forstämtern, Verkehrsämtern und weiteren Experten wie ortskundigen Personen ausgewertet.

Verbreitung der Säugetiere
Die Säugetiere werden aus praktischen Gründen gerne in Kleintiere und Großtiere unterteilt. Kleintiere wiegen weniger als 250 Gramm und haben häufig ein begrenztes Verbreitungsgebiet. Viele dieser Arten sind Nachttiere und werden deswegen nur selten gesehen, obwohl sie sehr verbreitet sind.

Großtiere haben eine größere Verbreitung und auch einen größeren Aktivitätsbereich. Neben Rehen sind in der offenen Landschaft auf Lolland und Fehmarn Feldhasen häufig anzutreffen. Auf Lolland wurden darüber hinaus zum Beispiel Brandmäuse, Maulwürfe und Füchse beobachtet. Auf Fehmarn tritt der Fuchs nur in geringer Anzahl auf.

 

Auf Fehmarn konnte aktuell ein Nachweis für den Fischotter im Januar 2010 im Bereich Wallnau erbracht werden, etwa 10 km vom Untersuchungsgebiet der Fehmarnbeltquerung entfernt. Für den „Grünen Brink“ nordwestlich von Puttgarden ist zudem das Vorkommen des Hermelins bekannt.  

Wildschweine treten nach Aussagen bei Kartierungen angetroffener Ortsansässiger jährlich mit 4 - 5 Einzeltieren auf, die über die Ostsee nach Fehmarn kommen. Aufgrund des nur seltenen Auftretens ist das Schwarzwild auch in Bezug auf die Verkehrssicherheit derzeit nur von geringer Relevanz.

Einbeziehung bestehender Kenntnisse über Säugetiere
Eigenständige Untersuchungen über das Vorkommen von Säugetieren auf Fehmarn und Lolland werden nicht durchgeführt, stattdessen werden die in Verbindung mit anderen Felduntersuchungen beobachteten Arten registriert.

Weitere Daten stammen von Jagdbehörden, Jägern, Forstämtern, Verkehrsämtern und weiteren Experten wie ortskundigen Personen. Ältere Verbreitungsangaben vermitteln ein Bild darüber, welche Arten potenziell in einem Gebiet vorkommen. Die Anzahl der im Straßenverkehr überfahrenen  Tiere kann ein Hinweis darauf sein, in welchen Bereichen  sich die Tiere bewegen und welche Barrieren sie in der Landschaft antreffen.  

Jagdinteresse
In den Untersuchungsgebieten auf Fehmarn und Lolland ist das Interesse an der Jagd groß, hier sind Rehe keine Seltenheit. An vielen Feldern in Lolland sind Schutzdickichte und Futterstellen für die Tiere angelegt. Die Futterstellen  locken häufig auch die Wanderratte an, die sich an den Futterresten gütlich tut.

Auf Fehmarn erfolgt aufgrund des Verbotes durch das Landesjagdgesetz keine Fütterung des Wildes in freier Wildbahn mehr. Ausnahmen können nur bei witterungs- oder katastrophenbedingtem Nahrungsmangel durch die Behörden zugelassen werden.

 

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Fakten
Säugetiere: Invasive Arten (Neozoen)

Auf Fehmarn und Lolland werden auch zahlreiche invasive Tierarten, d. h. Tierarten, die dort nicht ursprünglich beheimatet sind (Neozoen), angetroffen. Ein Beispiel hierfür ist der Marderhund, der heute in Deutschland und auch auf Fehmarn verbreitet ist. Derzeit tritt er in Dänemark nur gelegentlich auf. Die Art wird regelmäßig in Jütland beobachtet, auf Lolland wurde 2008 der bisher einzige Totfund eines Marderhundes bei Hyllekrog registriert.

Was ist ein Schutzdickicht?

Ein Schutzdickicht ist als Feldgehölz sowohl für gejagte als auch für nicht gejagte Arten ein Zufluchtsort. Zu den gejagten Arten gehören beispielsweise Rehe und Fasanen, ein solches Dickicht kann aber auch Lebensraum für zahlreiche Singvögel sein. Schutzdickichte unterscheiden sich  in ihrer Vegetationszusammensetzung. Heute werden sie eher offen und mit heimischen Bäumen und Büschen angelegt, früher benutzte man in der Regel dicht wachsende Nadelbäume. Deswegen haben ältere Schutzdickichte einen geringeren ökologischen Wert.

Timeline

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