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Die Umweltuntersuchungen klären, welche Auswirkungen eine feste Querung auf Flora und Fauna sowie auf Landschaft und Boden auf Fehmarn und Lolland haben wird. Belastungen durch Lärm, Licht und Verschmutzung werden auch untersucht.

Farbenfrohe Insekten

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Schmetterlinge und Libellen sind hervorragende Indikatoren für eine hohe Habitatqualität, weil sie z. T. höchste Ansprüche an ihren Lebensraum stellen. Da die verschiedenen Arten nur bei gutem Wetter und dazu nur in einem kurzen Zeitraum von ein bis drei Monaten unterwegs sind, müssen Biologen mehrere Male im Laufe eines Jahres unterwegs sein, um alle Arten zu erfassen.

Libellen suchen vor allem das Wasser auf, denn dort entwickeln sich ihre Larven. Zwischen April und Oktober kann man die ausgewachsenen Insekten an Seen, Kleingewässern, Wasserläufen und Mooren bewundern. Libellen sind fantastische Flug- und Manövrierkünstler und bestimmte Arten können eine Geschwindigkeit von bis zu 35 km in der Stunde erreichen. In Dänemark sind 58 Arten, in Deutschland rund 80 bodenständig. Diese Arten sind zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterwegs und unterscheiden sich auch hinsichtlich der Anforderungen, die sie an ihren Lebensraum stellen.

Tagfalter zählen zu einer besonders farbenfrohen Insektenordnung. Das Leben als Imago, d. h. als erwachsenes Tier, macht übrigens nur einen kurzen Teil des gesamten Lebens eines Schmetterlings aus. Dieses Stadium dauert nur zwei bis drei Wochen. Zuvor hat das Tier bis zu einem Jahr und sogar länger als Ei, Raupe und Puppe verbracht.

Felduntersuchungen nur bei leichter Brise und Sonnenschein
Libellen werden an den verschiedenen Gewässern, dem Lebensraum der erwachsenen Insekten, erfasst. Zur Artbestimmung werden sie mit Netzen gefangen oder durch ein Fernglas beobachtet. Anhand der Ergebnisse wird für jeden Standort eine Artenliste aufgestellt. Schmetterlinge werden an Transekten erfasst, die in typischen Lebensräumen gezogen werden. Nach Begehung der Transekte wird anhand der Beobachtungen eine Artenliste aufgestellt.

Ideale Wetterbedingungen für die Beobachtung beider Arten sind leichter Wind, kein Regen, Sonnenschein und Temperaturen von mindestens 15-20 Grad. Da die verschiedenen Arten zu unterschiedlichen Zeitpunkten und in der Regel auch nur über kürzere Zeiträume unterwegs sind, werden die Untersuchungen im Laufe eines Jahres mehrmals wiederholt.

Wenige seltene Arten auf Fehmarn und Lolland
In den Untersuchungsgebieten auf Fehmarn und Lolland fanden Biologen 28 Libellenarten. Somit sind die Untersuchungsgebiete hinsichtlich der Anzahl der Arten als durchschnittlich zu betrachten. Weder auf Fehmarn noch auf Lolland wurden Bestände seltener Arten mit besonderen Ansprüchen an ihren Lebensraum gefunden. Da auf beiden Inseln auch keine größeren Gewässer bzw. spezielle Habitate wie z. B. Hochmoore vorhanden sind, ist das Fehlen dieser Arten nicht überraschend.

Auf Fehmarn wurde allerdings mit der Frühen Heidelibelle eine interessante Artgefunden. Diese Art ist im Mittelmeergebiet weit verbreitet und hat sich in den letzten Jahren auch in Schleswig-Holstein durchgesetzt. In Dänemark wurde diese Art nur einige wenige Male außerhalb der aktuellen Felduntersuchungen beobachtet.

Auf Fehmarn wurden insgesamt 18 und auf Lolland 30 Schmetterlingsarten gefunden. Zu den interessanteren und zudem selteneren Arten gehört der Postillon, der auch Wander-Gelbling genannt wird. Er wurde nur auf Lolland und nicht auf Fehmarn gefunden. Dieser Wanderfalter aus Mittel- und Südeuropa kann sich zwar nicht in Dänemark fortpflanzen, wurde aber im Jahr 2009 an vielen Orten gesichtet. Beim Distelfalter kam es 2009 infolge eines Masseneinfluges im Frühjahr mit anschließender Eiablage zu großen Beständen auf Lolland und Fehmarn.

 

Der Kleine Fuchs (Aglais urticae) - Dänemarks “Nationalschmetterling“ - ist die Art, die sowohl auf Fehmarn als auch auf Lolland am häufigsten beobachtet wurde. Er kommt überall dort vor, wo auch die Nahrungspflanze der Larven, die Brennnessel, sowohl in der offenen Landschaft als auch in Wäldern wächst. Besonders große Bestände wurden auf dem blumenreichen Deich auf Lolland gefunden.

Die Keilflecklibelle (Aeshna isoceles) verlangt eine relativ gute Wasserqualität. Sie galt früher in Dänemark als gefährdet. Der Bestand hat sich aber in den letzten Jahren erholen können und wird nicht länger auf der Roten Liste geführt. Diese Libelle wurde an einigen Teichen auf Lolland gesichtet. In Deutschland steht diese Art weiterhin auf der Roten Liste. Auf Fehmarn wurde sie überhaupt nicht gefunden, da die geeigneten Habitate nicht vorhanden sind.

Während der Felduntersuchungen wurden nur wenige Bläuling-Arten gesichtet. Auf Fehmarn waren es zwei und auf Lolland drei Arten. Früher war der Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) auf beiden Seiten des Fehmarnbelts der häufigste Schmetterling. Auf Lolland konzentrierte sich der Bestand auf den Deich, wo die Nahrungspflanze der Larve, der Gewöhnliche Hornklee, verbreitet ist.

Der Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) wurde im Untersuchungsgebiet auf Lolland im Gleisgebiet bei Rødbyhavn, auf dem Deich zwischen Rødbyhavn und Saksfjed Inddæmning sowie auf einem sandigen Brachgelände östlich von Hyldtofte Østersøbad erfasst. Er bevorzugt helle, offene, nährstoffarme Habitate und steht in Dänemark als potenziell gefährdet (NT) auf der Roten Liste. In Schleswig-Holstein ist er noch seltener und wurde  auf Fehmarn  nicht gefunden.

Die Herbst-Mosaikjungfer (Aeshna mixta) gehört zu den häufigen Arten, die sowohl im deutschen wie auch  im dänischen Untersuchungsgebiet verbreitet sind. So wurde sie auf Lolland in allen untersuchten Teichen gesichtet. Auf Fehmarn wurde die Art in etwa einem Drittel der untersuchten Gewässer gefunden.

Die Heimat des Distelfalters (Vanessa cardui) ist eigentlich nicht Nordeuropa. Die Art fliegt jedes Jahr aus dem Mittelmeergebiet ein. Im Jahre 2009 war die Anzahl der Distelfalter auf Fehmarn und Lolland bereits im Frühjahr ungewöhnlich hoch. Das Foto zeigt ein besonders frühzeitig angekommenes Tier, das Nektar an einem Gewöhnlichen Schneeball saugt.

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Fakten
Artenlisten für die Schmetterlinge und Libellen

Im Rahmen der Felduntersuchungen haben Biologen auch die Bestände von Schmetterlingen und Libellen erfasst. Die Artenlisten zeigen alle gefundenen Arten.

Schmetterlinge und Libellen (PDF)

Standorte von Schmetterlingen und Libellen

Im Rahmen der Felduntersuchungen besuchen Biologen zahlreiche Standorte, die Lebensraum für Schmetterlinge und Libellen bieten. Die Wertigkeit des Standorts wird u. a. vor dem Hintergrund der Anzahl und Seltenheit der dort gefundenen Arten bestimmt. Welche Schmetterlingsarten gefunden werden, wird u. a. von der Anzahl an Blütenpflanzen, der unterschiedlichen Wuchshöhe und Vegetationsstruktur sowie dem Vorkommen der richtigen Nahrungspflanzen bestimmt. Bei Libellen wiederum sind die Wasserqualität, der Anteil offener Wasserflächen, die Gewässerstruktur und ein vielfältiger Uferbewuchs entscheidend. Die Bewertungen der Untersuchungsgebiete auf Fehmarn und Lolland sind den Karten zu entnehmen.

 Bewertung des Untersuchungsgebiets auf Fehmarn (PDF)

Bewertung des Untersuchungsgebiets auf Lolland (PDF)

Frühe Heidelibelle
Foto: Jan Fischer Rasmussen
  
Die Heimat der Frühen Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii) liegt ebenfalls nicht in Nordeuropa, aber es wandern immer mehr Tiere hier ein und pflanzen sich gelegentlich hier fort. Diese Libellenart wurde im Jahr 2009 im Rahmen der Felduntersuchungen auf Lolland nicht gefunden, auf Fehmarn wurden jedoch einige Exemplare beobachtet.

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