Land
Die Umweltuntersuchungen klären, welche Auswirkungen eine feste Querung auf Flora und Fauna sowie auf Landschaft und Boden auf Fehmarn und Lolland haben wird. Belastungen durch Lärm, Licht und Verschmutzung werden auch untersucht.

Die Landschaft als Schutzgut: Deutsche und dänische Landschaftsplaner entwickeln eine gemeinsame Vorgehensweise zur Bewertung der Landschaft

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Die Landschaft auf Lolland und Fehmarn hat eine gemeinsame Ursprungsgeschichte, da sie einst durch mächtige Gletscher während der Eiszeiten geprägt worden ist. Im Laufe der Zeit ist die Landschaft der Inseln jedoch durch die Nutzung des Menschen sehr unterschiedlich beeinflusst worden.


Deutsche und dänische Landschaftsplaner diskutieren die Geomorphologie von Rødbyfjord auf Lolland während des Workshops (Foto: Lis Jensen).


Um diese unterschiedlichen landschaftlichen Strukturen auf Lolland und Fehmarn mit einer möglichst einheitlichen Vorgehensweise für die Umweltverträglichkeitsstudie erfassen zu können, haben die Landschaftsplaner aus Deutschland und Dänemark einen Workshop organisiert. Ziel des Workshops war es, eine gemeinsame Vorgehensweise zur Erfassung und Bewertung der Landschaft zu entwickeln, die sowohl den landschaftlichen als auch den gesetzlichen Unterschieden beider Länder angemessen Rechnung trägt.

Erfassung und Bewertung der Landschaft
Mithilfe dieser abgestimmten Vorgehensweise haben die Landschaftsplaner die Untersuchungsgebiete auf Lolland und Fehmarn in so genannte Landschaftseinheiten unterteilt. Diese Landschaftseinheiten spiegeln die natürlichen, landschaftsprägenden Entwicklungsprozesse und die durch die Nutzung beeinflusste Landschaft wieder (siehe Karten). Auf der Grundlage dieser kartierten Landschaftseinheiten werden die Bedeutung und die visuelle Empfindlichkeit der Landschaft gegenüber dem geplanten Bau einer Festen Fehmarnbeltquerung bewertet. 

 

Die drei Schritte zur Erfassung und Kartierung der Landschaft auf Lolland
Auf Lolland wird die Landschaft in einem ersten Schritt in Übereinstimmung mit den physischen Faktoren wie Boden, Topografie und Geomorphologie analysiert und klassifiziert. Der nächste Schritt ist die Bewertung des anthropogenen Einflusses auf die Landschaft, zu dem z.B. die Landgewinnung und der Bau von Gutshäusern zählen. Im letzten Schritt wird die visuelle und räumliche Wahrnehmung der Landschaft berücksichtigt.

Insgesamt betrachtet ergeben sich aus diesen drei Schritten die so genannten Landschaftsbildeinheiten mit einer einmaligen Kombination spezifischer physischer, menschlicher und visueller Faktoren. Im Untersuchungsgebiet auf Lolland konnten mit Hilfe dieser Vorgehensweise acht Landschaftsbildeinheiten unterschieden werden.


Räumliche Eigenart auf Fehmarn
Auf Fehmarn beginnen die Landschaftsexperten damit, das Untersuchungsgebiet nach der räumlichen Eigenart, der visuellen Wahrnehmbarkeit und der Nutzungsart in Landschaftstypen zu unterteilen. Zum Beispiel werden Küstenlandschaften und intensiv bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen voneinander unterschieden. In einem zweiten Schritt werden diese Landschaftstypen in kleinere Landschaftseinheiten unterteilt, wobei in diesem zweiten Schritt mehr visuelle und andere sinnliche Wahrnehmungen der Landschaft einbezogen werden.

Dadurch können raumspezifische und lokale Besonderheiten sowie die Schutzgüter (Boden/Geologie, Flora/Fauna, Kulturgüter, Sachgüter) sehr gut berücksichtigt werden. Im Untersuchungsgebiet auf Fehmarn konnten auf diese Weise ebenso wie auf Lolland acht verschiedene Landschaftsbildeinheiten identifiziert und voneinander unterschieden werden. Als Beispiele sind hier zum Beispiel landwirtschaftliche Flächen mit und ohne visuelle Verbindung zur Ostsee zu nennen, Schwemmland oder durch vorhandene Infrastruktur geprägte Flächen.

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Fakten
Begriffsbestimmungen

Topografie: Die physischen Merkmale einer Landschaft, insbesondere die Höhe über dem Meeresspiegel, die Lage von Flüssen, Tälern oder Hügeln.

Geomorphologie: Die Wissenschaft von den Oberflächen der Erde beschäftigt sich mit der Topografie bzw. den Reliefformen, deren Gestalt, Anordnung und Entwicklung.

Moränenhochfläche: Bei Moränen handelt es sich um das gesamte von Gletschern transportierte und abgelagerte Material aus der Eiszeit. Eine Hochfläche ist ein höher gelegenes Gebiet, in der Regel relativ flach.

Anthropogene Formen: Erscheinungen und Formen der Landschaft wie z.B. Deiche, die durch den Menschen an der Erdoberfläche direkt oder indirekt geschaffen wurden. Diese durch den Menschen beeinflussten Formen sind von den Formen zu unterscheiden, die z.B. durch geomorphologische Prozesse und damit ohne menschliches Zutun entstanden sind.

Karten

Von den acht Landschaftstypen auf Lolland ist das Deichvorland zu sehen, das die Küstenzone vor dem Meer schützt. Die Küstenzone entspricht der alten Küstenlinie vor der Landgewinnung. Die Landschaftstypen hinter der Küstenzone spiegeln die von den Bewohnern der Gutshäuser beeinflusste Landschaft mit den entsprechenden Nutzungstrukturen wieder.

Von den acht Landschaftsbildeinheiten auf Fehmarn sind die Küstenlandschaft und das küstennahe Schwemmland zu sehen. Eine Eigenart der landwirtschaftlich genutzten Landschaft ist die bestehende visuelle Verbindung zum Meer. Die Landschaftsbildeinheiten im Inneren der Insel sind durch die Nutzung entweder in Form von Siedlungen oder landwirtschaftliche Bewirtschaftung gekennzeichnet.

Landschaftstypen Lolland (PDF)

Landschaftsbildeinheiten Fehmarn (PDF)

Timeline

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