Dünen entstehen an Orten, an denen das Meer genügend Sand anschwemmt. Für Pflanzen stellen die „Sandhaufen“ am Strand äußerst schwierige Lebensräume dar. Durch Wind, Regen und Hochwasser finden andauernd Umlagerungen statt, die die Besiedlung teilweise ganz unmöglich machen. Nur wenige Pflanzenarten, wie etwa Strandhafer und Strandroggen, sind an solche Umweltbedingungen angepasst. Mit ihren oft meterlangen Wurzelsystemen durchdringen sie Dünen tiefgründig und tragen damit zur Stabilisierung der Düne bei. Salzwiesen dahingegen entstehen an flachen, geschützten Küsten, die von Wellen überwiegend unbeeinflusst bleiben. Allen Salzwiesen ist gemeinsam, dass sie vom salzigen Meerwasser beeinflusst sind, d.h. sie werden entweder regelmäßig überschwemmt oder ihr Grundwasserkörper steht in Kontakt mit dem Meerwasser. Wird eine Salzwiese nicht durch Schafe oder Rinder beweidet, entwickelt sich in kurzer Zeit ein dicht bewachsener Sumpf bzw. Röhricht, der von hochwüchsigen Pflanzen wie Schilfrohr und Gewöhnlicher Strandsimse beherrscht wird. Biologische Feldstudien Alle Dünen und Strandwiesen im Untersuchungsraum wurden von Biologen untersucht, und für jeden Standort wurde eine Artenliste erstellt. Die Standorte wurden anhand der vorgefundenen Pflanzenarten systematisch bewertet. Abhängig von der Beweidung und kleinräumiger Standortbedingungen fallen die Ergebnisse der Untersuchungen recht unterschiedlich aus. In dichten Röhrichten geben die oft meterhohen Schilfrohre so viel Schatten, dass dort nur wenige andere Pflanzenarten leben können. In Bereichen mit eher offenem oder beschnittenem Schilfrohr sowie in Bereichen mit extensiver Beweidung können jedoch auch andere für Salzwiesen typische oder seltene Pflanzen vorkommen. Diese Standorte werden dann als besonders wertvoll auf der Karte vermerkt. |
Die Flussuferwolfspinne lebt an sandigen Küsten, vorzugsweise an Hängen. Hier gräbt sie einen Gang in den Sand, in dem sie sich die meiste Zeit aufhält. Im Rahmen der Umweltuntersuchungen wurde diese Spinne im Naturschutzgebiet „Grüner Brink“ auf Fehmarn entdeckt. Auch auf Lolland ist sie bekannt, jedoch nicht im Untersuchungsgebiet. In Deutschland steht die Spinne im gesamten Bundesgebiet unter Naturschutz (Foto: Holger Gruss).
Kreuzkröten und Natternzungen Die Untersuchungen ergaben, dass viele von den erfassten Salzwiesen aufgrund mangelnder Pflege als dicht bewachsene, relativ artenarme Sümpfe ausgebildet sind. Zu den eher positiven Beispielen auf Lolland gehören die Weideflächen von Saksfjed Inddæmning mit schönen Beständen von Wiesen-Alant und Erdbeerklee. Obwohl der Deich der Skasfjed Inddæmning ursprünglich menschengemacht ist, hat sich dort im Laufe eines Jahrhunderts durch Anlagerung von Sand ein gut strukturierter Dünenlebensraum herausgebildet. Hier kommen sehr seltene Pflanzenarten wie das Klebrige Leimkraut und der Vielblütige Hahnenfuß vor. Im östlichen Teil des Untersuchungsraumes auf Fehmarn ist die dort befindliche Steilküste sowohl geologisch als auch botanisch interessant. Die einige Meter über das Meeresniveau herausragenden Hänge sind der Lebensraum der in Schleswig-Holstein geschützten Schwarznessel. Eine andere „grüne Insel“ in der ansonsten von der Landwirtschaft geprägten Landschaft ist das Naturschutzgebiet „Grüner Brink“. Dieses Gebiet besteht aus einem Mosaik von Strandseen, Dünen und Salzwiesen, und ist u.a. Lebensraum der Kreuzkröte und der Flussuferwolfspinne. |