Im Frühjahr ist der Waldboden von weißen und gelben Anemonen bedeckt (Foto: Annebeth Hoffmann).
Wälder sind die Heimat zahlreicher spezialisierter Pflanzen, die nur in diesem Lebensraumtyp vorkommen und auch nur dann, wenn der Wald verhältnismäßig alt ist. Ebenso bietet ein alter Wald wichtigen Lebensraum für Insekten und Pilze, die alte Baumbestände und das abgestorbene Holz auf dem Waldboden schätzen. Generell nimmt die biologische Vielfalt mit dem Alter des Waldes deutlich zu, und viele unserer geschützten oder auf den roten Listen aufgeführten Arten sind typische Altholzbewohner. Aber auch Windschutzhecken an Ackerrändern können als Lebensraum oder Verbreitungskorridor für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dienen. Allerdings handelt es sich hier meist um verhältnismäßig verbreitete Arten. Kartierung von Waldbeständen und Windschutzhecken Alle Wälder und Windschutzhecken in den Untersuchungsgebieten auf Fehmarn und Lolland wurden untersucht und die dort gefundenen Arten kartografisch erfasst. Anhand der Untersuchungsergebnisse wurden Artenlisten ausgearbeitet und die verschiedenen Gebiete bewertet. |
Die Bewertung wird u.a. dadurch beeinflusst, ob der Wald oder die Windschutzhecke Standort für charakteristische oder seltene Pflanzen ist, wie hoch die jeweilige Artenvielfalt ist und ob die Fläche Teil eines größeren ökologischen Lebensraums ist. Bei Windschutzhecken spielt auch eine Rolle, ob diese einreihig und isoliert oder breiter sind und mehrere Naturflächen miteinander verbinden. Interessante Flora Byhave Skov auf Lolland ist ein hervorragendes Beispiel für einen typischen, traditionell bewirtschafteten Bauernwald mit altem Baumbestand. Hier finden sich zahlreiche wichtige, charakteristische Pflanzen. Auch die stadtnahen Waldbestände bei Rødby und Rødbyhavn sind biologisch gesehen, aber auch als Erholungsgebiet wertvoll. Bei Saksfjed Inddæmning wiederum ist die Bewaldung ganz anders. Dieser feuchte, in erster Linie mit Hängebirken und Schwarz-Erlen bestandene Wald ist verhältnismäßig jung, da er sich erst nach der künstlichen Eindämmung entwickeln konnte, die nach der Sturmflut im Jahre 1872 begann. Im Untersuchungsgebiet auf Fehmarn gibt es nur ein Waldgebiet mit Erlen, das an ein größeres Schilfrohröhricht bei Blankenwisch im nordwestlichen Teil des Gebiets angrenzt. Die meisten Windschutzhecken auf Fehmarn und Lolland sind einreihig und auf Lolland generell von geringem Wert. Die Windschutzhecken auf Fehmarn hingegen sind sehr viel interessanter, da in vielen die Schwarznessel gedeiht, die in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste steht. |