Aus historischer Sicht ist Halbtrockenrasen eine bewirtschaftete Fläche, die früher beispielsweise als Gemeinschaftsweide für Tiere genutzt wurde. Trockener, durchlässiger Boden und niedriger, lockerer Bewuchs sind charakteristisch für Halbtrockenrasen. Zur Erhaltung müssen sie regelmäßig „gepflegt“, also beweidet oder gemäht werden. Nur so kann man die natürlich einsetzende Verbuschung verhindern. Im Gegensatz zum Halbtrockenrasen sind Wiesen ein eher feuchter Lebensraum, der jedoch ebenfalls beweidet oder auf andere Weise gepflegt werden muss. Ökologischer Wert der Wiesen und Halbtrockenrasen Auf allen Wiesen und Halbtrockenrasen der deutschen und dänischen Untersuchungsräume haben Biologen im Jahr 2009 Bestandsaufnahmen durchgeführt. Dabei haben sie alle Pflanzenarten erfasst und den Zustand der Flächen beschrieben. Wichtige Merkmale, die dem Botaniker Informationen über die Qualität des Standortes liefern, sind z. B. die Dichte der Pflanzendecke, der Grad der Verbuschung oder die Art und Weise, wie die Fläche gepflegt wird sowie natürlich das Vorkommen besonderer Pflanzenarten. So werden Standorte seltener oder auf der Roten Liste aufgeführter Arten in der Regel als wertvoll eingestuft. Wiesen auf den Deichen Wiesen und Halbtrockenrasen sind, mit Ausnahme der Oberflächen der Deiche, in den deutschen und dänischen Untersuchungsgebieten selten. Die wenigen Gebiete sind überwiegend aus brachliegenden Flächen entstanden, die viele Jahre nicht genutzt wurden. Saftlinge sind typische Pilze der Halbtrockenrasen. Im deutschen Untersuchungsgebiet wurden mehrere Arten von Saftlingen gefunden. Sie werden durch das Ausbringen von Düngemitteln oder durch das Einstellen der Beweidung beeinträchtigt, da dies zur Verdichtung der Pflanzendecke und zur Verbuschung führt. Das Foto zeigt einen Wiesenellerling. Er ist einer der häufiger vorkommenden Saftlingsarten (Foto: Biopix.dk: JC Schou)
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Der Große Perlmutterfalter ist ein typischer Bewohner der Halbtrockenrasen. Sein Bestand ist im Laufe der Jahre erheblich zurückgegangen, er ist jedoch bei Bredfjed auf Lolland noch häufig anzutreffen. Auf der dänischen Roten Liste ist er als mäßig gefährdet (Nationale Kategorie EN) eingestuft (Foto: Jan Fischer Rasmussen).
Im dänischen Untersuchungsraum befindet sich das größte Gebiet der für Halbtrockenrasen typischen Pflanzen auf dem Küstendeich von Lolland. Hier befinden sich u.a. Dänemarks größter Bestand des Acker-Wachtelweizen und ein großer Bestand der Klebrigen Lichtnelke. Beide Arten sind selten, treten aber auf Teilen des Deiches in großer Anzahl auf. Der Deich ist aber nicht nur ein wertvoller Lebensraum für seltene Pflanzen, sondern auch von großer Bedeutung für die Ausbreitung von Tieren und Pflanzen.
Aus botanischer Sicht ist der Küstendeich Fehmarns, auf Grund des hohen Nährstoffgehaltes des Bodens, weniger interessant als der auf Lolland, - vermutlich infolge der umfassenden Düngung. Deshalb kommen hier die Arten, des Halbtrockenrasens nicht vor. Immerhin ist der Deich Fehmarns Standort für das Zittergras, das in Schleswig-Holstein auf der Roten Liste steht. In der Nähe der Dörfer Todendorf und Hinrichsdorf auf Fehmarn liegen drei kleine Wiesen. Hier befinden sich Pilzarten, die darauf hinweisen, dass die Wiesenlandschaft hier schon sehr lange besteht. Zu den Pilzen gehören auch Arten der Roten Liste sowie deren Unterarten, die in Deutschland ausschließlich in Schleswig-Holstein vorkommen. |