Land
Die Umweltuntersuchungen klären, welche Auswirkungen eine feste Querung auf Flora und Fauna sowie auf Landschaft und Boden auf Fehmarn und Lolland haben wird. Belastungen durch Lärm, Licht und Verschmutzung werden auch untersucht.

Überwintern im Fehmarnbelt

print
In der Umgebung des Fehmarnbelts kommen Meeresenten in großer An-zahl von mehreren zehntausend Exemplaren vor. Dänemark und Deutsch-land haben hier große Meeresschutzgebiete ausgewiesen, die dem Erhalt der Bestände dienen sollen. Umweltuntersuchungen sollen zeigen, ob und wie sich eine feste Querung auf die Vogelbestände auswirkt und wie die Bestände am besten geschützt werden können.

In den Wintermonaten werden die Gewässer um die Inseln Fehmarn und Lolland von großen Schwärmen von Meeresenten bevölkert. Meeresenten sind Entenvögel, die sich tauchend von Muscheln und Krebstieren ernähren. Ihre Lebensweise ist sehr aufwändig: Außerhalb der Brutzeit sind sie ausschließlich auf dem offenen Meer anzutreffen, wo sie extremen Wetterbedingungen ausgesetzt sind. Sie tauchen in Wassertiefen von mehr als 30 m zum Meeresboden herab, um dort hartschalige Muscheln aufzunehmen.

Die zahlenmäßig wichtigsten Arten im Fehmarnbelt sind die Eiderente mit zur Zeit 250.000 Überwinterern, die Eisente mit 16.000 und die Trauerente mit 35.000. Für alle drei Arten macht der Winterbestand im Fehmarnbelt einen größeren Anteil der Gesamtpopulation aus.

Vogelzählung auf allen Ebenen
Im Zuge der Umweltverträglichkeitsstudien nehmen Untersuchungen der Meeresenten eine besondere Rolle ein. Mit Zählungen vom Schiff und aus dem Flugzeug werden ihre Bestände und ihre Verbreitung ermittelt. Von besonderem Interesse ist aber ihre Lebensweise, die intensiv untersucht wird, um erkennen zu können, welche Folgen Veränderungen im Fehmarnbelt durch eine Brücke oder einen Tunnel haben könnten. Eine Brücke könnte den Austausch zwischen wichtigen Nahrungsgebieten behindern.

 

Ein Tunnel könnte vor Allem Auswirkungen auf die Nahrungsgrundlage durch Veränderungen des Meeresbodens und Sedimentverdriftungen haben. In zwei Wintern wurden daher Eiderenten, Trauerenten und Eisenten im Fehmarnbelt gefangen und mit kleinen Sendern ausgestattet, um den Aufenthaltsort der Vögel zu lokalisieren, ihre Wanderbewegungen zu verfolgen und das Tauchverhalten zu untersuchen.

Satelliten und Radiosender
Für die Untersuchung kommen zwei unterschiedliche Methoden zum Einsatz: Satellitensender und Radiotelemetrie-Sender. Sender, die über Satellit die Position der Vögel ermitteln, erlauben es, die Wanderungen über unbegrenzte Entfernungen zu verfolgen. Auf diese Weise lassen sich Bewegungen zwischen unterschiedlichen Überwinterungsgebieten in der Ostsee und auch die Zugbewegungen bis in die Brutgebiete verfolgen.

Satellitensender geben jedoch nur wenige Positionen pro Tag durch und werden so programmiert, dass sie nicht ständig senden, um die Laufzeit der Batterie zu erhöhen. Um tägliche Bewegungen und die Aktivität der Vögel verfolgen zu können, werden kleine Radiotelemetrie-Sender eingesetzt. Die Signale können innerhalb einiger Kilometer mit Handantennen  empfangen werden. Da das Signal der Sender verstummt, sobald eine Ente taucht, lässt sich ermitteln, wo genau die Vögel ihre Nahrung suchen.

Was ist eine UVS?
Lesen Sie hier mehr.
Dokumente
Besuchen Sie hier unser Archiv.
Fakten
Hochleistungssportler

Mit etwa 750 g Körpergewicht ist die Eisente die kleinste Ente in unseren Gewässern. Sie ist ein kleiner Hochleistungssportler, denn die Eisente weist ein bemerkenswertes Tauchverhalten auf. An kurzen Wintertagen sind Eisenten nahezu pausenlos auf Nahrungssuche. Tauchgänge von 40 bis 60 Sekunden erfolgen während der gesamten Helligkeitsperiode in so kurzer Abfolge, dass die Vögel tagsüber mehr Zeit unter Wasser als an der Oberfläche verbringen.

Eisente
Foto: Troels Eske Ortved
Eisente

Um das Leben der Eiderenten und Eisenten besser verstehen zu können, werden die Enten von den Biologen gefangen und mit kleinen Sendern ausgestattet.

Timeline

Alternative content

Get Adobe Flash player