Wasser
An Land werden Seen, Flüsse und das Grundwasser untersucht. Schwerpunktbereiche bei den Meeresuntersuchungen sind die marine Flora und Fauna sowie die Auswirkungen der festen Querung auf die Strömungsverhältnisse im Fehmarnbelt.

Küsten unter konstanter Veränderung

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Deiche, Häfen und Buhnen sind vom Menschen geschaffene Strukturen, die bereits heute die Küsten von Lolland und Fehmarn beeinflussen. Eine neue Feste Fehmarnbeltquerung wird sich ebenfalls auf die Küsten auswirken – die Frage ist nur, wie und in welchem Maß. Dies wird von Experten derzeit unter Hochdruck untersucht.

Die Küste befindet sich in konstanter Veränderung und passt sich Wind und Wetter, aber auch menschlichen Eingriffen wie Küstenschutzmaßnahmen, dem Ausbaggern von Häfen oder dem Bau von Hafenanlagen an. Beispielsweise sind Fehmarns und Lollands Küsten bereits heute vor allem durch Deiche und durch die beiden Häfen in Puttgarden und Rødby stark beeinflusst.

Ganz gleich, ob die Feste Fehmarnbeltquerung als Brücke oder Tunnel gestaltet wird, geht es darum, zu wissen, wie die neuen Strukturen die Sedimentwanderung und die Stabilität der Küsten verändern können. Um dies herauszufinden, setzen Küsteningenieure verschiedene Methoden ein – von der Sichtung historischer Karten und Luftfotos bis hin zu numerischen Computermodellen.


Historische Karten und Fotos
Die historische Entwicklung der Küsten veranschaulicht in ihrer eigenen Spra-che die Dynamik des Gebiets. Ein Beispiel ist die markante Veränderung der Küste Lollands, als nach dem großen Sturm von 1872 ein Deich angelegt und Pumpstationen zur Trockenlegung großer Gebiete errichtet wurden. Als Folge der Arbeiten verwandelte sich eine Reihe von Inseln und Lagunen an Lollands Südküste zu einem langen, geraden und befestigten Küstenstreifen. Daher flie-ßen Studien der historischen Entwicklung der Küsten in die morphologische Analyse der Küsten von Fehmarn und Lolland ein.

Die Analysen werden auf der Grundlage historischer Luftfotos und älterer to-pografischer Karten ausgeführt und bieten den Küsteningenieuren wertvolles Wissen über die Küstengebiete. Dieses Wissen wird zum Einregeln der Computermodelle eingesetzt, die genutzt werden, um den derzeitigen Zustand der Küsten zu dokumentieren und um vorherzusagen, welche Bedeutung die Feste Fehmarnbeltquerung für die Küsten haben kann. 

Wellenmodelle in 2D
Zur Berechnung des Längstransports von Sediment an Fehmarns und Lollands Küsten benötigt man statistische Daten über die Wellenverhältnisse. Es ist nämlich der Einfluss der Wellen auf den Sand auf Strandebene, der die treibende Kraft hinter dem Küstenlängstransport darstellt. Die Daten werden durch Simulation der Wellenverhältnisse im Fehmarnbelt auf der Grundlage von Winddaten für den Zeitraum 1989 bis 2009 erhoben.

Die Wellensimulationen werden sowohl für die heutigen Verhältnisse als auch für die zukünftigen Verhältnisse nach Bau der Festen Fehmarnbeltquerung vorgenommen.

Um den Küstenlängstransport an einem gegebenen Küstenprofil berechnen zu können, benötigt man außerdem Daten zu Tiefe und Pegelstandsverhältnissen sowie zur Beschaffenheit des Meeresbodens. Mit den Sedimenttransportmodellen kann man dann die Schwankung des Küstenlängstransports an den Küsten berechnen, was die endgültige Grundlage für die Berechnung der Küstenentwicklung darstellt. 

 
Auswirkungen von Brücke und Tunnel werden untersucht
Zunächst einmal wird der Längstransport für die Küsten berechnet, wie sie sich 2009 darstellen. Daher arbeitet man zuerst die derzeitigen Küstenlinien samt Buhnen, Häfen und Ähnliches in das Modell ein. Der nächste Schritt besteht darin, dem Modell die Bauwerke hinzuzufügen, die errichtet werden sollen. Wenn man beispielsweise Informationen zu einem Brückenpfeiler eingibt, berechnet das Modell dessen Dämpfungseffekt auf die Wellen, die sich auf die Küste zu bewegen. Das Ergebnis wird u. a. verwendet, um zu bewerten, ob an Küstenstrecken ein Risiko für Erosion besteht und daher Maßnahmen zum Küstenschutz ergriffen werden müssen.

 
Möglichkeit für neue Küstenlandschaften
Die Aushubarbeiten führen zu Abraum. Das gilt insbesondere für das Tunnel-projekt. In diesem Zusammenhang kann jedoch den Küsten ein neuer Wert zugeführt – oder zuvor verlorene Werte neu geschaffen – werden, wenn der Abraum für künstlich angelegte Küstenlandschaften mit neuen Stränden, Dünen, Lagunen und Feuchtgebieten verwendet wird. Beispiele für künstlich angelegte Natur- und Erholungsgebiete sind der Køge Bugt Strandpark und der Amager Strandpark südlich von Kopenhagen.

Im Zusammenhang mit derartigen Aufschüttungen wird man danach streben, Naturelemente zu errichten, die etwaige negative Auswirkungen der Aufschüt-tung ganz oder teilweise ausgleichen. Auf jeden Fall werden aufgeschüttete Bereiche im Küstengebiet die vorhandene Küstenlinie beeinflussen. Daher werden auch die Auswirkungen möglicher Aufschüttungen untersucht.

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Fakten
Wellen verursachen den Längstransport von Sediment an der Küste

Der Küstenlängstransport von festen Stoffen mit dem Wasser ist ein Ergebnis des Einflusses der Wellen auf die Sedimente auf Strandebene. Beispielsweise werden Brückenpfeiler die Wellen, die die Küste beeinflussen, "verschatten" und zu einer Veränderung des natürlichen Küstenlängstransports beitragen. Für die Küsten können geänderte Ablagerungs- und Erosionsverhältnisse die Folge sein, und daher fließt eine Bewertung des möglichen Umfangs der Folgen in die UVP-Untersuchungen ein.

Fährhafen Rødby
Foto: DHI
Fährhafen Rødby
Bereits heute beeinflussen künstliche Strukturen die Küste. Das sieht man zum Beispiel an der Westseite des Fährhafens Rødby, wo sich Küstenmaterial anhäuft, weil der Hafen den Küstenlängstransport blockiert.

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