Kleintiere, wie Meeresborstenwürmer, Muscheln und Krebse, teilen sich den Meeresgrund mit Fischen auf Futtersuche und anmutigen Seeanemonen. Im Belt gehen Schweinswale auf Beutejagd, die Sandbänke sind Wurf- und Ruheplätze für Seehunde. Alle diese Tiere bilden gemeinsam eine komplizierte Nahrungskette, in der jedes einzelne Glied für die Aufrechterhaltung einer gesunden Artenvielfalt von Bedeutung ist. Mögliche Folgen des Vorhabens sind mehr Lärm, Licht, das Aufwirbeln des Meeresbodens, aber auch geänderte Strömungs‑ und Bodenverhältnisse, was bedeuten kann, dass wichtige Tierlebensräume sehr beeinträchtigt werden können und dadurch bestimmte Tierarten ihre Lebensräume sogar ganz verlassen. Umweltverträglichkeitsuntersuchungen sollen klären, wie ausgeprägt die Folgen des Bauvorhabens für die Fauna sind. Im Brennpunkt: Miesmuscheln Im Rahmen von Bestandsaufnahmen und –bewertungen werden Standorte und Umfang der Muschelbänke ermittelt und berechnet, wie viel Futter Vögeln und anderen Tieren zur Verfügung steht. Diese Berechnungen fließen in statistische Analysen und Computermodelle ein. |
Diese Modelle vermitteln Erkenntnisse über Muscheln im gesamten Beltbereich und nicht nur an unseren Probenahmestationen. Außerdem können mithilfe der Modelle die Auswirkungen der verschiedenen Gestaltungsformen der festen Querung leichter verglichen werden. Scheue Meeressäuger Biologen können diese Risiken nur abschätzen, wenn sie über eingehende Kenntnisse über den Lebensraum von Schweinswalen und Seehunden, über ihre Futterplätze und ihre Wurfplätze verfügen. Dies lässt die Femern A/S regelmäßig durch Beobachtungen vom Schiff und Flugzeug aus untersuchen. Außerdem werden im Fehmarnbelt und im Großen Belt Bojen ausgesetzt, die rund um die Uhr Geräusche aufnehmen, anhand derer die Wanderbewegungen der Tiere verfolgt werden. |
Der Hering, der etwa 40 % des Fischbestands im Belt ausmacht, ist eine wichtige Fischart im Fehmarnbelt. Im Laufe der Geschichte spielte der Hering für Menschen und Tiere in dieser Region eine bedeutende Rolle. Im Mittelalter zum Beispiel wurde der nordeuropäische Heringshandel von den Kaufleuten der Hanse beherrscht.
Im Fehmarnbelt leben zwei Heringsarten: eine kleinere Art, die im Herbst laicht, und eine größere Art, die im Frühjahr laicht. Die im Herbst laichende Art ist besonders gefährdet und wurde in Deutschland in die Rote Liste über bedrohte Tierarten aufgenommen.