Aufgrund des deutlichen Rückganges des Nachwuchses der Jungaale ist der europäische Aalbestand auf einen Bruchteil seiner ursprünglichen Größe gesunken, und heute gilt der europäische Aal als vom Aussterben bedroht. Der Grund für den Rückgang ist nicht ganz geklärt, aber Gründe wie Überfischung, Degradierung des Lebensraumes, Infizierung mit dem Schwimmblasenwurm sowie Schwierigkeiten bei der langen Laichwanderung werden als mögliche Ursachen genannt. Wanderung über Tausende von Kilometern Aale zeigen ein ganz besonderes Laichverhalten. Die ausgewachsenen Aale wandern Tausende von Kilometern in die Sargassosee im westlichen Atlantik, wo vermutlich das Ablaichen stattfindet. Später treiben die Larven passiv mit den Strömungen und dem Wind bis an die europäische Küste die sie nach 12 bis 15 Monaten erreichen. Durch seine geographische Lage am Übergang zwischen Nordsee und Ostsee hat Dänemark eine besondere Verantwortung, da alle Silberaale aus den Gewässern der Ostsee bei ihrer Laichwanderung die dänischen Meeresengen durchqueren müssen. Um herauszufinden, wie ein möglicher Einfluss durch permanente Bauwerksteile der Festen Fehmarnbeltquerung, sowie durch Lärm, Licht und Erschütterungen auf die Silberaalwanderung verhindert werden kann, werden sorgfältige Untersuchungen durchgeführt. Ein Silberaal wird mit einer besonderen Markierung gekennzeichnet (Foto: NATURFOCUS/Christian B. Hvidt).
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Der DST (Data Storage Tag – Daten-Speicher-Gerät) mit dem zurückgesendeten Informationstext. Die Sensoren der Markierung speichern in nutzerdefinierten Zeitabständen Informationen zur Temperatur und Tiefe im Verhältnis zum Zeitpunkt (Foto: NATURFOCUS/Christian B. Hvidt).
Markierungsexperiment Die Routen und das Verhalten der wandernden Silberaale sind durch Markierungsexperimente identifiziert worden. Die Ergebnisse werden genutzt, um die Bedeutung des Fehmarnbelts als Wanderroute zu ermitteln. Die Kennzeichnung mit besonderen Geräten, die die Tiefe und Wassertemperatur laufend erfassen, hat gezeigt, dass die Aale nachts wandern und vorzugsweise an der Wasseroberfläche über tiefem Wasser, von wo aus sie in kurzen Abständen auf den Meeresboden abtauchen. Die Tageszeit verbringen die Aale offenbar überwiegend damit, auf dem Meeresboden zu ruhen. Wenige Aale wandern nach Osten Die meisten der markierten Aale, die im Fehmarnbelt freigesetzt wurden, wanderten durch den Fehmarnbelt und anschließend durch den Kleinen Belt und den Großen Belt, während nur ein kleiner Teil ostwärts wanderte. Ein einzelner Aal begab sich in die Nähe der Insel Bornholm, bevor er umkehrte und in Richtung Öresund schwamm. Ein Markierungsexperiment mit normalen Markierungen zeigte, dass ein Teil der Silberaale durch den Fehmarnbelt wandert, die Hauptwanderroute jedoch aus der Ostsee durch den Öresund zwischen Dänemark und Schweden geht. |