Wasser
An Land werden Seen, Flüsse und das Grundwasser untersucht. Schwerpunktbereiche bei den Meeresuntersuchungen sind die marine Flora und Fauna sowie die Auswirkungen der festen Querung auf die Strömungsverhältnisse im Fehmarnbelt.

Wichtige Heringsbestände im Fehmarnbelt

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Neben Dorsch und Sprotte ist der Hering die am weitesten verbreitete Fischart in der westlichen Ostsee. Auch für die Fischereiwirtschaft ist er von großer Bedeutung.

Außer den lokalen Heringsbeständen sind in der westlichen Ostsee auch zwei wandernde Fischbestände bekannt: Der herbstlaichende und der frühlingslaichende Hering. Beide haben ihre Futtergründe im Skagerrak und ihre Laichgebiete in der westlichen Ostsee. Der Bestand des herbstlaichenden Herings ist deutlich zurückgegangen, und in Deutschland gilt er als bedroht.

Überwachung der Laichgründe
Der Hering ist ein Mehrfachlaicher, und auf den Laichgründen kann man große Mengen von Laich sehen, der Felsen und Pflanzen wie ein dichter Teppich bedeckt.  Der Laich braucht Sauerstoff, um sich zu entwickeln, und absinkendes Sediment in der Bauphase der Festen Fehmarnbeltquerung könnte möglicherweise die Überlebenschancen des Laiches beeinträchtigen.

Daher wird die Laichaktivität des Herings in den Küstengebieten um den geplanten Trassenkorridor im Herbst und im Frühling überwacht. Die Untersuchungen werden während der Laichzeit mithilfe von Standardheringsnetzen und Videoaufnahmen auf dem Grund der möglichen Laichgebiete durchgeführt. Mit einem Bongonetz wurden auch Untersuchungen der frisch geschlüpften Heringslarven durchgeführt. Mehr als 600 Heringsnetze wurden schon aufgestellt, und ca. 150 km Meeresboden wurde mithilfe von Videoaufnahmen nach Heringslaich abgesucht. Im Herbst wurden keine Laichaktivitäten festgestellt. Im Frühling fanden nur wenige Laichaktivitäten statt, jedoch wurden ausgewachsene Heringe – vermutlich auf ihrer Laichwanderung – erfasst.

 


Standardnetze werden verwendet, um Heringe für die Analysen einzufangen (Foto: Thomas Andersen).


Hydroakustische Untersuchungen
Der frühlingslaichende Hering hat sein Hauptlaichgebiet ca. 150 km östlich des Fehmarnbelts im Greifswalder Bodden bei Rügen. Ein Teil der Wanderung von den Nahrungsgebieten im Skagerrak könnte durch den Fehmarnbelt erfolgen. Daher könnten Lärm, Licht und absinkendes Sediment während des Baus und Betriebs der Festen Fehmarnbeltquerung die Wanderung des Rügen-Herings zu seinen Laichgründen unter Umständen beeinträchtigen. Um die Heringswanderung im Fehmarnbelt zu untersuchen, wird die Dichte pelagischer Fische im Gebiet um den geplanten Trassenkorridor einmal im Monat mithilfe hydroakustischer Methoden erfasst.  Zusätzlich werden DNA-Tests und Otolith-Analysen durchgeführt, um den Ursprung des Herings im Fehmarnbelt zu bestimmen.

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Fakten
Kleine Steine deuten auf den Ursprung des Herings

Um den Ursprung eines im Fehmarnbelt gefundenen Herings zu bestimmen, verwenden Wissenschaftler eine Kombination aus DNA-Tests und sogenannten Otolith-Morphologiemethoden. Otolithen sind kleine verkalkte Strukturen ("Steine"), die sich im Ohr des Fisches befinden. Durch  Untersuchungen ihrer Form und Struktur ist es möglich, herauszufinden, ob ein Hering zum herbstlaichenden oder zum frühlingslaichenden Bestand gehört. 

Otolithen (PDF)

Registrierung auf dem Meer

Die Karte zeigt die Untersuchungsstationen, die zur Registrierung der Heringe genutzt werden.

Karte: Heringsuntersuchungen  (PDF)

Timeline

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